Dienstag, 22. Januar 2013

Zur Verantwortung der Piraten für das Wahlergebnis in Niedersachsen

Für das enttäuschende Ergebnis tragen wir Piraten alle Veranwortung.

Wir tragen insoweit dafür Verantwortung

- wie wir uns in die thematische Programmarbeit nicht konstruktiv genug eingebracht haben

- wie wir nicht frühzeitig genug die Augen offen gehalten haben, wo es andere Gruppen gibt, die an ähnlichen Themen arbeiten, und uns vernetzt haben

- wie wir uns im liquid feedback nicht genug beteiligt haben

 - wie wir auf dem letzten BPT Anträge zur Geschäftsordnung gestellt haben und lange und viele Verzögerungen in Kauf genommen haben, sodass nur relativ wenige Themenanträge behandelt werden konnten

- wie wir es nicht geschafft haben, mit Leuten zusammenzuarbeiten, die wir anstrengend fanden und es nicht geschafft haben Konflikte zu klären

- wie wir uns nur wenig an der limesurvey-Umfrange im Vorfeld des BPT beteiligt haben und dort nur die Themen gepusht haben, die uns interessiert haben

- wie wir nicht darauf geachtet haben welche Themen den meisten Menschen wichtig sind

- wie wir nicht darauf geachtet haben, in der Programmentwicklung uns auf das Wesentliche zu konzentrieren, sodass der Inhalt für die Leute verständlich bleibt

- wie wir es nicht geschafft haben uns so zu organisieren, dass auch Leute mit weniger Zeit mitmachen können

- wie wir es versäumt haben, Leute mit weniger Interneterfahrung mehr an die Hand zu nehmen

- wie wir noch nicht in allen wichtigen Themen dazu vorgedrungen sind die richtigen Fragen zu stellen

- wie wir unser eigenes Wissen überschätzt, unsere Unwissenheit unterschätzt haben


Lasst uns daraus lernen und es besser machen.

Kommentare:

  1. Was ich grundsätzlich nicht verstehe: Wieso sind die Piraten als Anhänger direkter Demokratie eigentlich so scharf darauf, in die sattsam bekannten Repräsentativorgane zu kommen ? Warum wir nicht vor Ort Politik gemacht, zusammen mit Bürgerinitiativen usw. Die Orientierung auf die Parlamente kostet Geld und Kraft und sie verführt dazu, unter dem Druck der anderen Parteien, einen umfassenden "Blumenstrauss" politischer Forderungen zu binden.
    Mein Vorschlag: Absage der Bundestagswahl !

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    1. Wir sind zum Beispiel für die Stärkung der Unabhängigkeit der Abgeordenten in den Parlamenten, für die Ausweitung ihrer Arbeitsmöglichkeiten, für mehr Transparenz bei Bezügen und Lobbykontakten. Auf europäischer Ebene halte ich zum Beispiel ein demokratischeres Wahlverfahren für das europäische Parlament für wichtig und eine Machtverlagerung von der Europäischen Kommission auf das Parlament beim Recht Gesetzesinitiativen anzustossen oder eine Direktwahl der Kommission durch die Bevölkerung. In der AG Europa http://wiki.piratenpartei.de/AG_Europa wird daran gearbeitet.
      Aber grundsätzlich teile ich Deinen Eindruck. Ich denke wir haben zu viel zu schnell gewollt. Mir gefällt was Marina Weissband dazu schreibt:
      http://www.marinaslied.de/?p=766
      Auch http://tarzun.de/authors/1-Klaus-Peukert und http://janhemme.tumblr.com/post/41185743501/we-are-the-2 finde ich gut. In der Niederlage können die Piraten zeigen, dass sie sich ernsthaft mit Ihren Fehlern auseinandersetzen und bereit sind, daraus zu lernen.

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  2. Schön und got diese Auflistung. Aber leider haben die Leute nur diese punkte von unseren Programm/Vorurteile wargenommen : BGE, kostenlosen Kopieren, kostenloses Fahren und Drogen legalisieren.
    Der BUVO ist vorlauter streit nicht dazu gekommen die anderen Themen vorzustellen. Daher haben wir derzeit keine glaubwürdigkeit. Das muss sich änderen! Deshalb müssen wir auch unser Listenkanditaten vorschicken und die Vorurteile ausräumen. Auch müssen wir mal anfangen Praxisnahe Themen zubearbeiten. Also Steuergerechtigkeit, die Eurokrise etc. Nur so haben wir eine Chance

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